Einheit 8 — Umweltpolitik: CO₂-Preis und Verteilungsfragen
Modell: Einstieg → Input → Üben → Anwenden → Reflexion · GER-Stufe: B2
Lernziele Link zu Überschrift
- Ich kann einen umweltpolitischen Kommentar analytisch lesen und Fakten von Meinungen trennen.
- Ich kann eine nuancierte, ausgewogene Stellungnahme verfassen, in der Pro- und Kontra-Argumente gegeneinander abgewogen werden.
- Ich kann Passiv, Konjunktiv I (indirekte Rede) und Nominalisierungen bewusst einsetzen, um sachlich zu argumentieren.
Kann-Beschreibungen (GER):
- Ich trenne Fakten und Meinungen in einem Umwelt-Artikel.
- Ich verfasse eine ausgewogene Stellungnahme.
- Ich kenne Begriffe wie CO₂-Preis, Emissionshandel, Klimadividende.
Einstieg Link zu Überschrift
Kjell organisiert für seine Umwelt-Initiative eine Podiumsdiskussion zum Thema „CO₂-Preis und soziale Gerechtigkeit". Er möchte, dass der Abend nicht in Parolen endet, sondern dass die Teilnehmenden lernen, sachlich abzuwägen. Deshalb bittet er die Gruppe, vorab drei Fragen schriftlich zu beantworten — jede/r für sich, ohne gleich Partei zu ergreifen.
Einstiegsfragen:
- Wer trägt am Ende die Kosten, wenn fossile Brennstoffe teurer werden — die Unternehmen oder die Verbraucher:innen?
- Ist ein Preis „gerecht", wenn er alle gleich belastet, obwohl die Einkommen sehr unterschiedlich sind?
- Was verstehen Sie unter einer Klimadividende bzw. einem Klimageld — und wem würde sie am meisten nutzen?
Input Link zu Überschrift
A. Wortschatz Link zu Überschrift
| Deutsch | Wortart / Kollokation | Erläuterung |
|---|---|---|
| die CO₂-Bepreisung | Nomen | Verteuerung von Emissionen als klimapolitisches Steuerungsinstrument |
| der Emissionshandel | Nomen | System, in dem Verschmutzungsrechte gehandelt werden |
| die Klimadividende / das Klimageld | Nomen | Pro-Kopf-Rückzahlung der Einnahmen an die Bevölkerung |
| die Verteilungswirkung | Nomen | Auswirkung einer Maßnahme auf verschiedene Einkommensgruppen |
| das Einkommensdezil | Nomen | ein Zehntel der nach Einkommen sortierten Haushalte |
| regressiv wirken | Verb + Adverb | untere Einkommen relativ stärker belasten als obere |
| die soziale Flankierung | Nomen | begleitende Maßnahmen, die Härten abfedern |
| die Lenkungswirkung | Nomen | verhaltensändernder Effekt eines Preissignals |
| überproportional belasten | Verb + Adverb | mehr als dem Anteil entsprechend belasten |
| etw. an jdn. weitergeben | Verb + Präp. | Kosten auf Dritte abwälzen |
| unverzichtbar / unzumutbar | Adjektive | notwendig / nicht hinnehmbar |
| die Akzeptanz einbüßen | Nomen + Verb | an Zustimmung verlieren |
B. Grammatik im Fokus Link zu Überschrift
Sachlich argumentieren — drei Werkzeuge der B2-Stufe
1. Passiv (Vorgang & Zustand). Rückt die Handlung in den Vordergrund, wenn der Urheber unwichtig oder unbekannt ist. Die Kosten werden an die Verbraucher:innen weitergegeben. Das Klimageld ist im Koalitionsvertrag verankert.
2. Konjunktiv I — indirekte Rede. Gibt fremde Aussagen distanziert wieder, ohne sie zu bewerten. Die Regierung erklärt, der Haushalt sei angespannt. Kritiker meinen, der Preis belaste Geringverdiener stärker. Bei Formengleichheit mit dem Indikativ weicht man auf Konjunktiv II aus: sie sagen, die Kosten würden steigen.
3. Nominalisierung & Konnektoren. Verdichten Argumente und gliedern das Abwägen: einerseits … andererseits, im Gegensatz dazu, dennoch, folglich, zwar … aber. Die Verteuerung von Brennstoffen erhöht zwar die Lenkungswirkung, dennoch droht ein Verlust an Akzeptanz.
C. Sachtext 1 (original, ca. 300 Wörter) Link zu Überschrift
CO₂-Preis: Ein Preissignal und seine Kehrseite
Seit 2021 wird in Deutschland auf fossile Brennstoffe wie Benzin, Heizöl und Erdgas ein CO₂-Preis erhoben. Zum Jahreswechsel 2023/2024 wurde er von 30 auf 45 Euro pro Tonne CO₂ angehoben; ab 2027 soll die Bepreisung in das europäische System ETS 2 überführt werden, in dem sich der Preis am Markt bildet. Das Grundprinzip ist einfach: Wer viel emittiert, soll mehr zahlen. Folglich entsteht ein Anreiz, Energie zu sparen und in klimafreundliche Technik zu investieren.
So überzeugend die Lenkungslogik klingt, so umstritten ist ihre Verteilungswirkung. Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass die absolute Belastung mit dem Einkommen steigt — wohlhabende Haushalte verbrauchen mehr Energie und zahlen daher in Euro mehr. Gemessen am Anteil des Einkommens jedoch trifft der Preis untere Einkommensgruppen härter, weil diese einen größeren Teil ihres Geldes für Wärme und Mobilität aufwenden müssen. In diesem relativen Sinne kann eine CO₂-Bepreisung regressiv wirken.
Genau hier setzt die Idee eines Klimageldes an: Die Einnahmen sollen als gleiche Pro-Kopf-Summe an alle zurückgezahlt werden. Da niedrige Einkommen wenig emittieren, bekämen sie mehr zurück, als sie einzahlen — die Maßnahme würde folglich sozial ausgleichend. Kritiker der Regierung bemängeln jedoch, dass ein solches Klimageld bislang nicht ausgezahlt werde; die Regierung wiederum verweist darauf, der Haushalt sei zu angespannt, um eine flächendeckende Rückzahlung zu starten.
Einerseits gilt der CO₂-Preis vielen Fachleuten als unverzichtbares Instrument, andererseits warnen sie, dass er ohne soziale Flankierung an Akzeptanz einbüße. Im Gegensatz zu einem reinen Verbot lässt ein Preis den Menschen die Wahl — vorausgesetzt, es gibt bezahlbare Alternativen. Ob die Bepreisung als gerecht empfunden wird, hängt somit weniger vom Preis selbst ab als von der Frage, was mit den Einnahmen geschieht.
D. Kontext-Absatz (mit Quellenbeleg) Link zu Überschrift
Auf europäischer Ebene tritt 2027 ein zweites Emissionshandelssystem (ETS 2) für Gebäude und Straßenverkehr in Kraft; die Europäische Kommission sieht vor, dass Einnahmen unter anderem einen Klima-Sozialfonds speisen, der einkommensschwache Haushalte entlasten soll (Europäische Kommission, „ETS2: buildings, road transport and additional sectors", 2024). Für Deutschland verweisen Forschungsinstitute darauf, dass eine vollständige Rückverteilung der Einnahmen als gleiches Pro-Kopf-Klimageld rund die Hälfte der Haushalte — vor allem einkommensschwache und Mieter:innen — besserstellen würde (Umweltbundesamt / DIW Berlin, 2024/2025).
Üben Link zu Überschrift
Aufgabe 1 — Fakt oder Meinung? (Niveau B2) Ordnen Sie jede Aussage aus Sachtext 1 einer Kategorie zu: F (überprüfbarer Fakt), fM (wiedergegebene fremde Meinung) oder M (wertende Meinung).
- „Zum Jahreswechsel 2023/2024 wurde der Preis von 30 auf 45 Euro angehoben."
- „Kritiker bemängeln, dass ein Klimageld bislang nicht ausgezahlt werde."
- „Der CO₂-Preis gilt vielen Fachleuten als unverzichtbares Instrument."
- „Ob die Bepreisung als gerecht empfunden wird, hängt davon ab, was mit den Einnahmen geschieht."
Aufgabe 2 — Passiv & Nominalisierung (Umformung) Formen Sie in die vorgegebene Struktur um.
- Aktiv → Passiv: Die Regierung erhebt seit 2021 einen CO₂-Preis.
- Verbal → nominal: Weil fossile Energie verteuert wird, sparen viele Haushalte Energie. (→ Durch die …)
- Nominal → verbal: Nach der Anhebung des Preises stieg die Belastung. (→ Nachdem …)
Aufgabe 3 — Indirekte Rede (Konjunktiv I / II) Geben Sie die direkten Aussagen distanziert wieder (Die Regierung erklärt, …).
- Die Regierung: „Der Haushalt ist zu angespannt für eine Rückzahlung."
- Ein Ökonom: „Der Preis belastet Geringverdiener überproportional."
- Ein Verband: „Die Einnahmen fließen nicht vollständig zurück."
Aufgabe 4 — Argumente ordnen und versprachlichen (Niveau-Differenzierung) Ordnen Sie die Bausteine einer Stellungnahme in eine logische Reihenfolge und verbinden Sie sie mit passenden Konnektoren (einerseits, andererseits, dennoch, folglich, im Gegensatz dazu).
- A. Abwägendes Urteil
- B. Kontra-Argument (soziale Härte)
- C. Einleitung mit einer Zahl aus dem Text
- D. Pro-Argument (Lenkungswirkung)
- E. Konkreter Lösungsvorschlag
Grundstufe (B2.1): Verbinden Sie nur je zwei Bausteine mit einem Konnektor. Aufbaustufe (B2.2): Schreiben Sie einen zusammenhängenden Absatz von ca. 80 Wörtern.
Lösungen
Aufgabe 1.
- F — überprüfbare Zahl.
- fM — fremde Meinung, markiert durch bemängeln … werde (Konjunktiv I).
- fM — wiedergegebene Fachmeinung (gilt vielen … als).
- M/These — wertende, argumentierende Schlussaussage des Textes.
Aufgabe 2.
- Seit 2021 wird (von der Regierung) ein CO₂-Preis erhoben.
- Durch die Verteuerung fossiler Energie sparen viele Haushalte Energie.
- Nachdem der Preis angehoben worden war, stieg die Belastung.
Aufgabe 3. (Muster)
- Die Regierung erklärt, der Haushalt sei zu angespannt für eine Rückzahlung.
- Ein Ökonom meint, der Preis belaste Geringverdiener überproportional.
- Ein Verband behauptet, die Einnahmen flössen / würden nicht vollständig zurückfließen.
Aufgabe 4. Logische Reihenfolge: C → D → B → A → E. Musterabsatz (B2.2): Der CO₂-Preis liegt seit 2024 bei 45 Euro pro Tonne. Einerseits entsteht dadurch ein wirksames Preissignal, folglich lohnt sich das Energiesparen. Andererseits belastet der Preis untere Einkommen relativ stärker. Dennoch wäre es verfehlt, ihn abzuschaffen; folglich sollte man ihn durch ein Klimageld sozial flankieren.
Anwenden Link zu Überschrift
Produktionsaufgabe (B2, ca. 220–260 Wörter): Erörterung / Stellungnahme
Verfassen Sie für Kjells Veranstaltungsblatt eine ausgewogene Stellungnahme zur Leitfrage:
„Ist ein CO₂-Preis ohne Klimageld gerecht?"
Bauen Sie ein:
- eine Einleitung mit mindestens einer Zahl aus den Texten,
- je ein Pro- und ein Kontra-Argument, jeweils mit Beleg oder Beispiel,
- eine Abwägung, die beide Seiten gewichtet (zwar … aber, im Gegensatz dazu),
- eine begründete Schlussfolgerung mit einem konkreten Vorschlag,
- mindestens eine Passiv-Konstruktion und eine indirekte Rede (Konjunktiv I).
Bewertungskriterien:
| Kriterium | Beschreibung |
|---|---|
| Inhalt & Struktur | These, Pro, Kontra, Abwägung, Fazit klar erkennbar |
| Argumentation | Argumente belegt, Gegenseite fair dargestellt |
| Sprache (B2) | Passiv, Konjunktiv, Nominalisierung, Konnektoren korrekt |
| Kohärenz | flüssige Verknüpfung, keine bloße Aufzählung |
| Wortschatz | themenspezifische Begriffe treffend verwendet |
Prüfung Link zu Überschrift
GER B2 — Modul Schreiben, Aufgabe 2 (Stellungnahme im Forum)
In einem Online-Forum wird diskutiert: „Der CO₂-Preis steigt — das Klimageld bleibt aus. Ist das noch gerecht?" Schreiben Sie einen Forumsbeitrag (ca. 180 Wörter), in dem Sie
- Ihre Position einleitend darlegen,
- ein Argument der Gegenseite nennen und darauf eingehen,
- Ihre eigene Meinung mit einem Beispiel begründen,
- mit einem Vorschlag oder Appell schließen.
Bewertungsraster (25 Punkte):
| Kriterium | Punkte |
|---|---|
| Erfüllung aller vier Inhaltspunkte | 8 |
| Textaufbau & Kohärenz (Konnektoren, Absätze) | 5 |
| Grammatische Korrektheit (Passiv, Konjunktiv, Satzbau) | 6 |
| Wortschatz & Ausdruck (Themenlexik, Register) | 4 |
| Kommunikative Angemessenheit (Forum, adressatengerecht) | 2 |
| Gesamt | 25 |
Bestehensgrenze: 15 / 25 Punkte (60 %).
Reflexion Link zu Überschrift
- Ich unterscheide systematisch zwischen Fakt, fremder Meinung und eigener Wertung.
- Ich setze das Passiv ein, um Vorgänge sachlich darzustellen.
- Ich gebe fremde Aussagen im Konjunktiv I distanziert wieder.
- Ich verknüpfe Argumente mit einerseits/andererseits, dennoch, folglich, im Gegensatz dazu.
- Ich schreibe eine abwägende Stellungnahme mit klarer These und Fazit.
Hinweise für Lehrkräfte Link zu Überschrift
Zeitplan (45 Min.):
- Einstieg (7’) — Einstiegsfragen zunächst in Einzelarbeit schriftlich, dann Blitzlicht im Plenum.
- Input (12’) — Wortschatztabelle sichern; Grammatikbox an je einem Satz aus Sachtext 1 demonstrieren; Text laut in Abschnitten lesen.
- Üben (14’) — Aufgaben 1–3 in Partnerarbeit, Aufgabe 4 in Kleingruppen (3–4 Personen). Lösungen im Plenum abgleichen.
- Anwenden (10’) — Schreibauftrag beginnen (Einleitung + je ein Argument); Fertigstellung als Hausaufgabe.
- Reflexion (2’) — Checkliste ankreuzen.
Gruppierung: Aufgabe 4 profitiert von heterogenen Gruppen, damit stärkere Lernende die Konnektoren-Verknüpfung modellieren.
Differenzierung:
- Schwächere Lernende: Satzanfänge und ein Konnektoren-Wortspeicher werden vorgegeben; Stellungnahme auf 120 Wörter verkürzt.
- Stärkere Lernende: zusätzliche Anforderung — die Gegenposition in indirekter Rede (Konjunktiv I) referieren und widerlegen; Umfang bis 300 Wörter.
Prüfungshinweis: Die Bestehensgrenze und das Raster entsprechen der Logik des Moduls Schreiben; im echten Prüfungsformat vor allem auf die vollständige Bearbeitung aller Inhaltspunkte achten — hier verlieren Prüflinge die meisten Punkte.
Quellen Link zu Überschrift
- ETS2: buildings, road transport and additional sectors — Europäische Kommission, Directorate-General for Climate Action (2024). https://climate.ec.europa.eu/eu-action/carbon-markets/ets2-buildings-road-transport-and-additional-sectors_en — © Europäische Union; Wiederverwendung gemäß Kommissions-Beschluss 2011/833/EU (freie Weiterverwendung mit Quellenangabe).
- CO₂-Bepreisung sozialverträglich gestalten — Umweltbundesamt (2024/2025). https://www.umweltbundesamt.de/themen/nachhaltigkeit-strategien-internationales/soziale-aspekte-des-umweltschutzesoekologische/co2-bepreisung-sozialvertraeglich-gestalten — Umweltbundesamt; Angaben paraphrasiert, nichtkommerzielle Bildungsnutzung mit Quellenangabe.
- CO₂-Bepreisung: Klimaprämie zügig einführen, bei höheren Einkommen abschmelzen — DIW Berlin, Wochenbericht 42/2024. https://www.diw.de/de/diw_01.c.917856.de/publikationen/wochenberichte/2024_42_1/co2-bepreisung__klimapraemie_zuegig_einfuehren__bei_hoeheren_einkommen_abschmelzen.html — DIW Berlin; Zahlen und Befunde paraphrasiert.
- Emissionshandel — Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. https://de.wikipedia.org/wiki/Emissionshandel — Lizenz: CC BY-SA 4.0 (für die Begriffsklärungen im Wortschatz herangezogen).
Hinweis zur Nutzung: Alle Fließtexte dieser Einheit sind Originaltexte der Kursleitung. Zahlen und Sachverhalte wurden aus den genannten Quellen paraphrasiert, nicht wörtlich übernommen. Es besteht keine Verbindung zu den genannten Institutionen; die Nennung dient ausschließlich dem Quellennachweis.
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die CO₂-Bepreisung · der Emissionshandel · die Klimadividende / das Klimageld · die Verteilungswirkung · das Einkommensdezil · regressiv wirken · die soziale Flankierung · die Lenkungswirkung · überproportional belasten · etw. an jdn. weitergeben · unverzichtbar / unzumutbar · die Akzeptanz einbüßen
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CO₂-Preis: Ein Preissignal und seine Kehrseite
Seit 2021 wird in Deutschland auf fossile Brennstoffe wie Benzin, Heizöl und Erdgas ein CO₂-Preis erhoben. Zum Jahreswechsel 2023/2024 wurde er von 30 auf 45 Euro pro Tonne CO₂ angehoben; ab 2027 soll die Bepreisung in das europäische System ETS 2 überführt werden, in dem sich der Preis am Markt bildet. Das Grundprinzip ist einfach: Wer viel emittiert, soll mehr zahlen. Folglich entsteht ein Anreiz, Energie zu sparen und in klimafreundliche Technik zu investieren.
So überzeugend die Lenkungslogik klingt, so umstritten ist ihre Verteilungswirkung. Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass die absolute Belastung mit dem Einkommen steigt — wohlhabende Haushalte verbrauchen mehr Energie und zahlen daher in Euro mehr. Gemessen am Anteil des Einkommens jedoch trifft der Preis untere Einkommensgruppen härter, weil diese einen größeren Teil ihres Geldes für Wärme und Mobilität aufwenden müssen. In diesem relativen Sinne kann eine CO₂-Bepreisung regressiv wirken.
Genau hier setzt die Idee eines Klimageldes an: Die Einnahmen sollen als gleiche Pro-Kopf-Summe an alle zurückgezahlt werden. Da niedrige Einkommen wenig emittieren, bekämen sie mehr zurück, als sie einzahlen — die Maßnahme würde folglich sozial ausgleichend. Kritiker der Regierung bemängeln jedoch, dass ein solches Klimageld bislang nicht ausgezahlt werde; die Regierung wiederum verweist darauf, der Haushalt sei zu angespannt, um eine flächendeckende Rückzahlung zu starten.
Einerseits gilt der CO₂-Preis vielen Fachleuten als unverzichtbares Instrument, andererseits warnen sie, dass er ohne soziale Flankierung an Akzeptanz einbüße. Im Gegensatz zu einem reinen Verbot lässt ein Preis den Menschen die Wahl — vorausgesetzt, es gibt bezahlbare Alternativen. Ob die Bepreisung als gerecht empfunden wird, hängt somit weniger vom Preis selbst ab als von der Frage, was mit den Einnahmen geschieht.
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Grundstufe (B2.1): Verbinden Sie nur je zwei Bausteine mit einem Konnektor.
Aufbaustufe (B2.2): Schreiben Sie einen zusammenhängenden Absatz von ca. 80 Wörtern.
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Inhalt & Struktur · Argumentation · Sprache (B2) · Kohärenz · Wortschatz
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Erfüllung aller vier Inhaltspunkte · Textaufbau & Kohärenz (Konnektoren, Absätze) · Grammatische Korrektheit (Passiv, Konjunktiv, Satzbau) · Wortschatz & Ausdruck (Themenlexik, Register) · Kommunikative Angemessenheit (Forum, adressatengerecht) · Gesamt
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Bestehensgrenze: 15 / 25 Punkte (60 %).
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Hinweis zur Nutzung: Alle Fließtexte dieser Einheit sind Originaltexte der Kursleitung. Zahlen und Sachverhalte wurden aus den genannten Quellen paraphrasiert, nicht wörtlich übernommen. Es besteht keine Verbindung zu den genannten Institutionen; die Nennung dient ausschließlich dem Quellennachweis.

