Einheit 12 — Zukunftsvisionen: Was wird 2040 anders sein?

GER-Stufe B1 · Goethe-Zertifikat B1 · Modul Hören

S. Le Boulanger

Note

Modell: Einstieg → Input → Üben → Anwenden → Reflexion · GER-Stufe: B1

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Lernziele

  • kann ich in einem Zukunfts-Podcast vier Sprecher:innen unterscheiden.
  • kann ich über meine Zukunftsvorstellung 2–3 Minuten flüssig sprechen.
  • kann ich Futur I und „werden + Infinitiv”-Konstruktionen einsetzen.

GER-Ausrichtung

  • Goethe-Modul Hören — Teil 3 (Gespräche zwischen Muttersprachlern; Wer sagt was?) und Teil 4 (Radiosendung / Podcast).

Einstiegsgeschichte

Der Podcast „Morgen ist auch noch ein Tag” läuft im Österreichischen Rundfunk ORF und fragt vier Menschen aus dem DACH-Raum: „Was wird 2040 anders sein — beruflich, in der Stadt, im Familienleben?“ Heute zu Gast: Milos, Noa, Dr. Lenz, Herr Malik. Vier Perspektiven aus der Prototyp- Figurenbesetzung des B1-Kurses treffen sich zur Abschlussrunde.

1. Einstieg

  • Was wird 2040 in Ihrer Stadt anders sein — was gleich?
  • Welche drei Veränderungen begrüßen Sie, welche drei machen Ihnen Sorge?
  • Mit welchem Zeitverb sprechen Sie über Zukunft — werden, wollen, Präsens?

2. Input

A. Podcast-Transkript

Moderation: Milos, Sie pendeln nicht mehr. Wie sehen Sie 2040?

Milos: Ich glaube, das Pendeln bleibt. Aber die Form ändert sich. 2040 fahren wir nicht mehr vier Stunden am Tag — wir haben Hubs an kleinen Orten, dort arbeiten wir drei Tage, in die Stadt fahren wir vielleicht einmal pro Woche.

Moderation: Noa, Sie sind 22 und überlegen gerade, was nach dem Erasmus kommt.

Noa: Für meine Generation wird Mobilität normal sein. Wir leben nicht mehr in einem Land, wir leben in mehreren. Was schwieriger wird: stabile Beziehungen aufbauen, wenn alle ständig wechseln.

Moderation: Frau Dr. Lenz, wie sehen Sie die Gesundheitslage 2040?

Dr. Lenz: Ich fürchte, wir verlieren noch mehr Hausärztinnen und Hausärzte. 2040 werden Videosprechstunden normal sein, das ist auch gut. Aber es braucht Menschen vor Ort. Das ist die Sorge.

Moderation: Herr Malik?

Malik: Ich hoffe, dass wir 2040 ein Mediensystem haben, in dem wir Fakten und Meinungen klarer trennen. Wenn uns das gelingt, sehe ich die Zukunft nicht so düster wie manche Kolleg:innen. Wenn nicht, wird es schwierig.

B. Redemittel für Zukunft

Funktion B1-Redemittel
Vorhersage (sicher) Ich bin überzeugt, dass …
Vorhersage (vorsichtig) Ich vermute, dass …
Hoffnung Ich hoffe, dass …
Sorge Ich fürchte, dass …
Konditional Wenn … , dann …

3. Üben

Aufgabe 1. Wer sagt das? (M = Milos · N = Noa · L = Dr. Lenz · K = Malik)

  1. „Pendeln in der alten Form wird es nicht mehr geben.”
  2. „Hausärzt:innen vor Ort bleiben notwendig.”
  3. „Mobilität wird Normalität.”
  4. „Die Medienlandschaft muss Fakten und Meinungen trennen.”
  5. „Videosprechstunden setzen sich durch.”
  6. „Stabile Beziehungen werden schwieriger.”

Aufgabe 2. Wählen Sie pro Person eine Aussage und formulieren Sie sie in indirekter Rede um (B1-Konjunktiv I ansatzweise). Beispiel: Milos sagt, das Pendeln bleibe — aber in anderer Form.

Aufgabe 3. Schreiben Sie drei eigene Zukunftsaussagen zu Ihrer Stadt im Jahr 2040 — je eine mit Hoffnung, eine mit Sorge, eine mit Konditional.

Lösungen

Aufgabe 1. 1 = M · 2 = L · 3 = N · 4 = K · 5 = L · 6 = N.

Aufgabe 2. Beispiele:

  • Noa sagt, Mobilität werde in ihrer Generation normal sein.
  • Dr. Lenz meint, 2040 werde es mehr Videosprechstunden geben.
  • Malik hofft, das Mediensystem werde Fakten und Meinungen klarer trennen.

Aufgabe 3. Individuelle Lösung; Muster:

  • Ich hoffe, dass wir 2040 nicht mehr so viele Autos in der Stadt haben.
  • Ich fürchte, dass die Mieten noch höher sein werden.
  • Wenn wir es schaffen, mehr Radwege zu bauen, wird Bewegung einfacher.

4. Anwenden

Präsentation (B1-Sprechen Teil 2 Vorbereitung, Abschluss- Highlight):

Halten Sie eine 3-Minuten-Präsentation (5 Folien) zu einem der drei Themen:

  • „Meine Stadt im Jahr 2040.”
  • „Mein Berufsleben im Jahr 2040.”
  • „Lernen und Bildung im Jahr 2040.”

Ein:e Mithörer:in gibt danach Feedback und stellt eine Frage — beides auf B1.

5. Reflexion

Abschluss des B1-Kurses. Vergleichen Sie noch einmal die Lernziele aus Einheit 1 (sich über Berufserfahrungen austauschen) mit dem, was Sie jetzt können. Halten Sie in Ihrem Lernjournal fest, welche zwei Kompetenzen am meisten gewachsen sind.

Prüfungsbeispiel — Goethe B1 Hören, Teil 4 (Zuordnung)

Aufgabenstellung: Sie hören die vier Gäste noch einmal. Ordnen Sie die acht Aussagen den Sprecher:innen zu. Eine Aussage passt zu keiner der vier Personen (Distraktor).

  1. „Hubs an kleinen Orten machen das Pendeln anders.” → Milos
  2. „Stabile Beziehungen sind schwerer unter Mobilität.” → Noa
  3. „Videosprechstunden ersetzen Hausärzt:innen nicht vollständig.” → Dr. Lenz
  4. „Wenn Medien Fakten und Meinung trennen, ist die Zukunft besser.” → Malik
  5. „In zehn Jahren sind alle in einem Land geboren, aber in drei aufgewachsen.” → Noa (lose: Mobilität als Normalität)
  6. „Hausärzt:innen vor Ort bleiben wichtig.” → Dr. Lenz
  7. „Automatisierung wird alle Arbeitsplätze ersetzen.” → Distraktor
  8. „Wir fahren 2040 einmal pro Woche in die Stadt.” → Milos

Downloads

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Häufige Stolperfallen

  • Futur I im Gesprochenen ist selten. Meist reicht Präsens mit Temporalangabe („2040 fahren wir …“). Im schriftlichen Vortrag ist Futur I angebracht.
  • „werden” zweideutig: Vollverb („Er wird müde.”), Hilfsverb Futur („Er wird kommen.”), Passiv-Hilfsverb („Das Haus wird gebaut.”). Aus Kontext erschließen.

Weiterführende Materialien