Einheit 10 — Politik und Teilhabe

GER-Stufe B1 · Goethe-Zertifikat B1 · Modul Sprechen

S. Le Boulanger

Note

Modell: Einstieg → Input → Üben → Anwenden → Reflexion · GER-Stufe: B1

{{< downloads >}}

Lernziele

  • kann ich Parteipositionen grob unterscheiden.
  • kann ich einen eigenen Standpunkt in 3 Minuten präsentieren.
  • kann ich politisches Grundvokabular auf B1 verstehen.

GER-Ausrichtung

  • Goethe-Modul Sprechen — Teil 2 (Präsentation anhand von 5 Folien) und Teil 3 (Feedback + Rückfrage).

Einstiegsgeschichte

Noa hat während des Erasmus eine Bürgerinitiative in Wien kennengelernt: „Grünere Innenstadt — mehr Bäume auf der Mariahilfer Straße”. Sie überlegt, ob sie das Thema als Präsentation für ihr B1-Prüfungsvorbereitungstreffen wählt.

1. Einstieg

  • Wählen Sie bei jeder Wahl in Ihrem Heimatland?
  • Gibt es in Ihrer Stadt eine Bürgerinitiative, die Sie kennen?
  • Was würde Sie motivieren, sich politisch einzumischen?

2. Input

A. Kurz-Transkript Wahldiskussion (Stadtrat Wien)

Moderatorin: Herr Stiegler, Ihr Vorschlag: mehr Bäume auf der Mariahilfer Straße. Wie finanzieren?

Stiegler: Ein Umweltbudget-Anteil der Stadt, derzeit bei 2 %, wäre mit 4 % realistisch. Die Gegenfinanzierung kommt aus einem Teil der Parkgebühreneinnahmen.

Moderatorin: Frau Rauscher, Sie halten das für Symbolpolitik.

Rauscher: Ich halte es für zu wenig. Bäume sind gut, aber wir brauchen mehr Radwege und bessere Luft. Nicht nur ein paar Bäume in einer Straße, sondern ein Gesamtkonzept.

Stiegler: Das widerspricht sich nicht. Die Bäume sind der Anfang, das Radwegenetz der zweite Schritt.

B. Wortschatz (Politik, B1-Basis)

Wort Erklärung
Wahl, die (Pl. Wahlen) Abstimmung, um Vertreter:innen zu bestimmen
Bürgerinitiative, die Gruppe von Menschen, die ein lokales Anliegen vertreten
Gegenfinanzierung, die Frage, woher das Geld kommt
Symbolpolitik, die Maßnahme, die nur scheinbar wirkt
Gesamtkonzept, das umfassender Plan statt Einzelmaßnahmen

3. Üben

Aufgabe 1. Wer sagt was (Stiegler / Rauscher / beide)?

  1. „Bäume sind wichtig, aber nicht ausreichend.”
  2. „Bei 4 % Umweltbudget wäre es finanzierbar.”
  3. „Radwege sind der zweite Schritt.”
  4. „Parkgebühren könnten die Gegenfinanzierung sein.”

Aufgabe 2. Schreiben Sie zu jedem Wort aus Input B einen eigenen Beispielsatz.

Aufgabe 3. Planen Sie in Stichworten eine 5-Folien-Präsentation zu „Eine Initiative in meiner Stadt”. Nutzen Sie die Gliederung: Einleitung — Beispiel — eigene Position — Vor/Nachteil — Abschluss.

Lösungen

Aufgabe 1. 1 = Rauscher · 2 = Stiegler · 3 = Stiegler · 4 = Stiegler.

Aufgabe 2. Individuelle Lösung.

Aufgabe 3. Individuelle Lösung; Tipp: pro Folie maximal fünf Stichpunkte, jede Folie beginnt mit einer Leitfrage.

4. Anwenden

Präsentation (B1-Sprechen Teil 2, 3 Minuten):

Halten Sie eine 3-Minuten-Präsentation zu einem der zwei Themen:

  • Thema A: „Wählen ab 16 — sinnvoll oder nicht?”
  • Thema B: „Bürgerinitiativen in meiner Stadt — nützt es überhaupt?”

Gliederung (5 Folien):

  1. Einleitung / persönlicher Bezug.
  2. Beispiele.
  3. Situation in meinem Land.
  4. Vor- und Nachteile.
  5. Abschluss / Ausblick.

Ihre Partnerin / Ihr Partner gibt danach ein Feedback und stellt eine Frage (Teil 3).

5. Reflexion

Prüfungsbeispiel — Goethe B1 Sprechen, Teil 2 + 3

Aufgabenstellung: Halten Sie eine Präsentation (5 Folien, ca. 3 Min) zu Thema A oder Thema B.

  • Thema A: Wählen ab 16 — sinnvoll oder nicht?
  • Thema B: Bürgerinitiativen — hilft das wirklich, oder ist es Symbolpolitik?

Anschließend Feedback + 1 Frage von Ihrer Partnerin / Ihrem Partner.

Downloads

{{< downloads >}}

Häufige Stolperfallen

  • „Politik” ist Singular (die Politik); Plural Politiken ist selten und bedeutet „politische Linien”. Auf B1 Singular halten.
  • „Bürgerinitiative” vs. „Volksabstimmung” — unterschiedliche Mechanismen; nicht gleichsetzen.

Weiterführende Materialien