GER-Stufe B1 · Goethe-Zertifikat B1 · Modul Hören
Note
Modell: Einstieg → Input → Üben → Anwenden → Reflexion · GER-Stufe: B1
Eine Podiumsdiskussion im Kulturzentrum Sarajevo, organisiert vom Österreichischen Kulturforum. Thema: „Autofrei? Wie geht das in einer Stadt, in der der Bus drei Mal am Tag fährt?“ Drei Gäste: Kjell Baumann (NGO-Mitarbeiter, Köln), Amina Mišić (Verkehrsplanerin, Sarajevo), Herr Stefan Tanner (Rentner, Salzburg). Moderation: Nihad Kovač.
Nihad (Moderator): Frau Mišić, Sarajevo hat noch keine autofreie Innenstadt. Wäre das überhaupt umsetzbar?
Amina Mišić: Technisch ja, politisch kompliziert. Wir haben in den letzten Jahren in bestimmten Stadtteilen die Fußgängerzonen erweitert. Das Entscheidende ist: bevor man Autos rausnimmt, muss der öffentliche Verkehr funktionieren. Sonst ist der Frust riesig.
Kjell Baumann: Genau dieses Argument höre ich in Köln auch. Wir sagen dann: Wir fangen mit einem Viertel an, dann noch einem. In Köln gibt es jetzt fünf „verkehrsberuhigte Quartiere”. Nach sechs Monaten sind die Anwohner begeistert — weil die Kinder wieder draußen spielen können.
Herr Tanner: Das hört sich schön an, aber für uns Ältere ist das Auto oft die einzige Möglichkeit, zum Arzt, zum Einkauf, zur Familie zu kommen. In Salzburg ist die Bushaltestelle für mich 800 Meter weg, bergauf. Wer denkt an uns?
Kjell Baumann: Das ist ein wichtiger Punkt. Ich glaube nicht an die komplett autofreie Stadt. Ich glaube an die fast autofreie Stadt, in der Ausnahmen für Lieferverkehr, Rettungsdienst und Menschen mit eingeschränkter Mobilität klar geregelt sind.
Amina Mišić: Und nicht zu vergessen: 30 Prozent der Autofahrten in Sarajevo sind kürzer als zwei Kilometer. Da könnten viele auch aufs Rad umsteigen. Aber dafür brauchen wir Radwege, die sicher sind.
Herr Tanner: Das stimmt. Ich selber würde wieder Rad fahren, wenn ich mich traute.
| Wort | Erklärung |
|---|---|
| verkehrsberuhigt (adj.) | Straßen, in denen der Autoverkehr stark reduziert ist |
| Anwohner:in, der/die | Person, die in der Nähe wohnt |
| Lieferverkehr, der | Fahrten zum Liefern von Waren |
| eingeschränkte Mobilität | Bewegungseinschränkung (Alter, Behinderung) |
| umsetzbar (adj.) | realisierbar, machbar |
Aufgabe 1 — Zuordnung (B1-Hören Teil 3). Ordnen Sie die Aussage der Person zu: N = Nihad · A = Amina · K = Kjell · T = Tanner
Aufgabe 2 — Argumente sortieren. Ordnen Sie pro autofrei oder contra autofrei zu:
Lösungen
Aufgabe 1. 1 = A · 2 = T · 3 = K · 4 = A · 5 = K · 6 = T.
Aufgabe 2.
Kurzreferat in 90 Sekunden:
Wählen Sie eine Position und halten Sie eine 90-Sekunden- Stellungnahme vor der Gruppe:
Baukasten (B1):
Direkt nach dem Referat: eine:r aus der Gruppe gibt ein Feedback und stellt eine Frage.
Aufgabenstellung: Sie hören (eine Woche später wieder) den Ausschnitt aus der Diskussion. Entscheiden Sie zu sechs Aussagen, ob sie richtig oder falsch sind. Sie hören den Text einmal.
Lösungen Prüfungsbeispiel